Der Waweldrache/Über die Herkunft des Stadtnamen
Es wird erzählt, dass Krakau seinen Namen von Krak, einem polnischen Fürsten aus der Zeit des 7. Jahrhunderts herleitet.
Er soll auf dem Wawel, einem hohen, von der Weichsel umspülten Hügel, gewohnt haben. Er war großmütig und tapfer und scheute
keine Mühe, wenn es galt, Unheil von seinem Volk abzuwehren. Zu seinen größten Heldentaten aber gehörte die Tötung eines
feuerspeienden Drachen. Er hauste in einer Höhle am Fuße des Wawelhügels. Mit besonderem Vergnügen verspeist oder enführte er
Schafe, Rinder und junge Frauen. Mit einer List erlöste Krak die Bevölkerung von diesem Ungeheuer. Er nahm ein Schafsfell,
füllte es mit Schwefel, Pech und glühender Asche und warf es dem Drachen zum Fraß vor. Dieser verschlang gierig das Schaf.
Von schrecklichem Durst gequält schleppte er sich zur Weichsel hinunter. Doch er konnte seinen Durst nicht stillen soviel er
auch trank. Schließlich zerbarst sein Magen und die reißenden Fluten der Weichsel trugen seinen Körper fort. Die Knochen des
Drachen hängte man über das Tor der Kirche auf dem Wawel-Hügel. Und es heißt sollten die Knochen jemals verschwinden, wird
Krakau untergehen.
Warum die Krakauer die Tauben so liebevoll umsorgen
Henryk IV. Probus, Herzog von Breslau und Krakau (1288-90) wollte seinen Thronanspruch durch päpstlichen Segen bestätigen
lassen. Zur Bestechung des Papstes benötigte er eine hohe Geldsumme, die er sich von einer Hexe, die in Zwierzyniec vor den
Toren der Stadt lebte, leihen wollte. Diese verlangte allerdings folgendes Pfand: Die treuesten seiner Ritter sollten in
Tauben verwandelt werden und erst dann wieder Menschengestalt annehmen dürfen, wenn der Herrscher von seiner Mission
erfolgreich zurückgekehrt sei. Als Henryk IV. mit seinen zu Tauben verzauberten Rittern zur Marienkirche kam, flatterten diese
auf die Turmspitze. Dort kratzten sie mit ihren Krallen am mürben Gestein; es fiel in Gold verwandelt hinunter. Auf dem Weg
nach Rom verprasste Henryk IV. das gesamte Vermögen. In Rom starb er schließlich total verarmt. Seine Ritter warteten
vergebens auf die Rückkehr ihres Herrn. Sie waren zu einem Leben als Tauben verdammt, sollten nie wieder unter die Menschen
zurückkehren dürfen. Weil die Bevölkerung genau weiß, dass die Krakauer Tauben eigentlich verzauberte Ritter sind, umsorgen
sie diese liebvoll - bis zum heutigen Tag.
Der Brudermord auf der Marienkirche
Der Bau der Türme der Marienkirche wurde 2 Brüdern aufgetragen. Als die Türme fast fertig waren, wollte der eine Bruder nicht,
dass der Turm des anderen höher wurde als sein eigener.
Deshalb tötete er ihn mit einem Dolch und baute seinen Turm etwas höher. Als er fertig war fühlte sich der Mörder schuldig,
gestand seinen Bruder getötet zu haben und stürzte sich von seinem Turm in den Tod. Noch heute kann man sehen, dass die
Kirchtürme unterschiedlich hoch sind und der Dolch, mit dem der Mord geschah, hängt noch immer im Rathaus.
Der Tartarenangriff auf Krakau
Der höhere Turm der Marienkirche diente früher als Wachturm. Die größten Feinde, die Krakau damals hatte waren die plündernden
Tartaren. Als die Stadt wieder einmal angegriffen wurde, bemerkte der Wächter die näherkommenden Feinde und warnte die
Bevölkerung mit seiner Trompete. Aber auch der Trompeter wurde von den Tartaren bemerkt und einer von ihnen schoss einen Pfeil
auf den Wächter im Turm. Der Pfeil durchbohrte den Hals des Trompeters und der Trompetenstoß endete plötzlich. Heute wird zu
jeder vollen Stunde vom Turm aus viermal das Hejnal-Lied gespielt, die Melodie, mit der der Wächter einst die Krakauer vor den
Tartaren warnte. Das Lied bricht jedes mal plötzlich ab um an den Tod des Trompeters zu erinnern.
Zur Geschichte
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