Neun Stadttore, nicht weit voneinander entfernt, die Häuser innen aus Stein, mit Schindeln gedeckt. Die Straßen sind mit
großen Steinen geflastert, die so schlecht zusammengefügt sind, dass man schwer drüber laufen und noch schlechter reiten kann.
Am schlimmsten wird es in einer Kutsche. Viele Häuser reicher italienischer, flämischer, französischer, persischer, türkischer,
moskauer und englischer Kaufleute... Es stimmt, wenn es Rom nicht gäbe, dann wäre Krakau Rom geworden.
- Giovanni Paolo Mucante -
Vor hunderttausend Jahren, gab es in den Höhlen des Krakauer-Tschenstochauer
Juras Bärenjäger. Als sich der Gletscher zurückzog, ist die (die heutigen Südgebiete Polens) bewachsende Tundra durch Wälder der
gemäßigten Zone verträngt worden. Immer wichtiger wurde die Rolle der Landwirtschaft und der Tierzucht. Zwei Jahrhnderte vor
Geburt Christi siedelten sich im heutigen Kleinpolen die Kelten an. An der Weichsel, in der Nähe von Krakau, wurden ganze
keltische Siedlungen, mit Werkstätten und Vorratskammern freigelegt. Nach den Kelten kamen die Hunnen. In der Zeit der
Völkerwanderungen war der Süden Kleinpolens schwach besiedelt. Dies änderte sich erst an der Wende des 6. zum 7. Jh., als sich
in der Gegend Slawen anzusiedeln begannen.
Ibrahim ibn Jakob, ein jüdischer Kaufmann, Reisender und Diplomat in spanischen Diensten, hat nach seiner Reise nach Böhmen im
Jahre 965 die Qualität der Wege gelobt, welche er während seiner Wanderung von Prag nach Krakau beschritt. Er berichtet, dass
Krakau eine böhmische Stadt, mit reichen Handelstratitionen und mit großer Bedeutung für diesen Teil Europas sei.
Um das Jahr 1000 wurde in Krakau das Bistum gegründet, es unterstand der damaligen Hauptstadt Polens - Gnesen. Die Stadt gehörte
schon damals zum polnischen Staat, der von der starken Hand des Königs Boleslaw Chrobry regiert wurde. Im Jahr 1038 wurde
Polen vom böhmischen Herzog Bretislav überfallen, wobei die Städte Gnesen und Posen vollkommen verwüstet wurden. Krakau ist
vermutlich bei diesem Angriff verschont geblieben und so begann hier der Wiederaufbau des Staates und der Kirche. Der Fürst
Kazimierz machte die Stadt zu seinem Hauptsitz. Auf dem Wawel-Hügel entstanden die Kathedrale, der Sitz des Bischofs und die
Residenz des Machthabers.
Der Nachfolger von Kazimierz Odnowiciel, Boleslaw Smialy, hat die militärische und politische Anwesenheit Polens in Europa
stark betont. Im Streit zwischen dem Papst und dem Kaiser erklärte er sich eindeutig für die Tiara. Dies führte zu häufigen
Gewaltstreichen der Ruthenen und Böhmen, welche die nachbarlichen Herrschersitze mit Verbündeten Roms besetzen wollten. Das
Ergebnis der propästlichen Politik von Boleslaw Smialy war die Königskrone. Das Schicksal des Monarchen hat sich an einem
einzigen Apriltag des Jahres 1079 schlagartig gewandelt. Nach der Ermordung des Bischofs Stanislaus wurde er des Landes
verwiesen.
Das 13. Jahrhundert stand unter dem Zeichen der Orden. 1222 sind die Dominikanermönche nach Krakau gekommen. Bischof Iwo
Odrowaz holte auch die Zisterziener hierher - sie siedelten sich im Nachbardorf Mogila an. Einige Jahre später haben sich in
der Nähe der Dominikaner auch die Franziskaner eingefunden.
Krakau wurde kurz nacheinander von zwei niederschmetternden Schicksalsschlägen getroffen: 1241 und 1242 ist Krakau den
Mongolen (Tataren) erlegen. Vor König Boleslaw Wstydliwy stand nun eine schwere Aufgabe: die völlig zerstörte Stadt musste
wiederaufgebaut werden. So kam es 1257 zur Gründung Krakaus auf der Grundlage des Madgeburger Rechtes.
Nach dem Muster der italienischen Hochschulen gründete der König Kazimierz Wielki im Jahr 1364 die Universität.
Das Hauptanliegen der Akademie war die Ausbildung von Juristen, da der Staat sie dringend benödigte. Außer der Juristischen
Fakultät, die aus sieben Lehrstühlen bestand, hatte die Universität ebenfalls Fakultäten für freie Künste und Medizin.
1366 ging die Krakauer Aue in den Besitz der Stadt über. In den Sümpfen um die Flüsse Rudawa und Nieciecz lagen kleine Inseln,
auf welchen Seuchenopfer bestatten wurden. Im 19.Jahrhundert sind die Sümpfe ausgetrocknet worden. Heute sind die Wiesen 48 ha groß.
Der Zugang zur Stadt war durch eine doppelte, 3 km lange Maueranlage verwehrt. Die Außenmauer war 9 m hoch und alle 30-40 m
mit einer Bastei versehen. Im 15. Jahrhundert gab es 15 Basteien. Als die Entscheidung über die Abtragung der Mauer fiel,
waren es bereits 47. Vor der niedrigeren Innenmauer lag der 6-8 m breite und 3 m tiefe Burggraben.
Am Auslauf der wichtigeren Straßen wurden gegen Ende des 13. Jh. Einfahrtstore gebaut: so gab es also das Burg-, das Slawkow-,
das Florians-, das Metzger-, das Weisel, das Schuster-, das Nikolai- und das Neue Tor. Später entstand am Auslauf der Ulica
Kanonicza das Seitentor. Die Tore waren zusätzlich gegen eventuelle Angriffe mit Befestigungen aus Stein und Erde versehen.
Von innen waren sie mit einem starken, eisenbeschlagenen Gitter aus Eichenholz verstärkt, das nachts herrunter gelassen wurde.
Vor dem Haupttor zur Stadt - dem Florianstor - wurde eine zusätzliche Abwehranlage, die Barbakane gebaut.
Im Falle eines
Angriffs hatten die Handwerksinnungen die Abwehr zu übernehmen. Jede Zunft hatte einen Teil der Befestigung zu betreuen.
Das Pulver und die Waffen wurden im Arsenal an der Piaristenkirche aufbewahrt. Das vom König Wladyslaw IV. errichtete
Königliche Arsenal befand sich am Auslauf der Ulica Grodzka, am Fuße des Wawel-Hügels.
Manchmal wurde angesichts der drohenden
feindlichen Gefahr das sog. Bezirksrecht angewandt. Es ließ die Abtragung all dessen vom Kampfvorfeld zu, was sich bei der
Abwehr als hinterlich erweisen könnte. In Krakau ist dieses Recht zum ersten Mal 1498 eingesetzt worden - abgetragen wurde
damals die Bebauung vom Kleparz bis zur Florianskirche hin. Analoge Entscheidungen fassten Jan Zamoyski bei der Verteidigung
der Stadt während der Belagerung durch die Truppen des Erzherzogs Maximilian (1587) und Stefan Czarniecki während der Schwedenkriege.
Im Jahre 1500 wurde mit dem Bau des Renaissanceschlosses auf dem Wawel-Hügel begonnen.
Die Wende des 15. zum 16. Jh. brachte günstige Änderungen mit sich. Die Tuchhallen wurden mit Attiken verziert, neue Häuser
wurden gebaut, in die Stadt kamen Italiener, die nach und nach die tarditionellen deutschen Einflüsse in der Kunst und
Architektur verdrängten. Aufgeblüht ist ein neues, humanistisches Ideengut - in den Villen der Vorstadt wurden kluge Dispute
geführt - z.B. in der Villa des königlichen Sekretärs Just Decius in Wola, einem Vorort Krakaus der heute nach seinm Vornamen,
Wola Justowska heißt.
Im Jahre 1525 hat der preußische Fürst Albrecht von Hohenzollern auf dem Krakauer Markt dem polnischen König, Zgmunt I. Stary gehuldigt.
Das Jahr 1543 brachte tragische Ereignisse mit sich - der Seuche, die sich in der Stadt verbreitete, fielen mehrere Tausend
Menschen zum Opfer.
Im Jahre 1609 verlegte König Zygmunt III. Wasa die königliche Residenz nach Warschau. Krakau war nun keine Hauptstadt mehr,
die Bezeichnung "königliche Hauptstadt" durfte es jedoch behalten. Selbstverständlich war Krakau auch der Ort der Krönungen
und Beisetzungen der polnischen Könige.
Ein halbes Jahrhundert später wurde die Stadt von österreichischen, schwedischen und siebenbürgischen Truppen verwüstet. In
den Wogen der schwedischen Sintflut verschwanden das Gold und die Juwelen aus den Krakauer Kirchen, Klöster und aus dem
Wawel-Schloss. Allein für den Transport des Goldes mussten die Schweden 18 Gespanne einsetzen.
Das 17. Jh. war für Krakau verhängnisvoll. Bis vor kurzem ein bedeutendes Handels- und Wissenschaftszentrum, wurde die Stadt
allmählich zu einem bedeutungslosen, provinziellen Krähwinkel. Der in den Siebzigerjahren des 18. Jh. in Krakau zu Besuch
weilende Brite Coxe schrieb: "Nach der Zahl der verfallenen bzw. verfallender Häuser zu urteilen, könnte man denken,
dass die Stadt geradeeben im Sturm erobert wurde, und dass der Feind sie erst gestern verlassen hat."
Die Lage besserte sich etwas, als Krakau Anfang des 19. Jh. zur Grenzstadt wurde, was zur Entwicklung des Handels beitrug
- sowohl des legalen als auch des illegalen, der mit dem Schmuggel einherging. Trotzdem gab es beinahe in jeder Starße mehrere
fenster- und türlose Häuser. Die Dächer wurden notdürftig mit Holzdachschindeln bedeckt, auch um die schwache Mauerkonstruktion
zu schonen. Auch die Stadtmauer befanf sich im katastrophalen Zustand. Die entlang der Mauer verlaufenden Burggräben waren
voller Fäkalien und die Straßen bedeckte eine dicke Staub- und Schlammschicht.
Zu Anfang des 19. Jh. wurde in Krakau die schlechteste aller Entscheidungen gefasst: 1802 schlug der österreichische
Baumeister Szmaus die Abtragung der alten Stadtbefestigung vor. Man began, diese Idee umzusetzen und führtee sie bis in die
Dreißigerjahre des 19. Jahrhunderts fort...
Am 24. März 1794 hat der Führer der Polnischen Aufstandsarmee, Tadeusz Kosciuszko, auf dem Krakauer Markt einen feierlichen
Eid geleistet - damit begann der nationale Aufstand. Das Befehlszentrum befand sich im befestigten Krakau. Noch am 08.April
ritt Kosciuszko triumphierend in Krakau ein, bereits nach zwei Monaten wurde die Stadt jedoch den preußischen Truppen kampflos
überlassen. Es fielen zwar einige Schüsse zur Verteidigung des Wawel-Schlosses, es war aber eher eine Verteidigung der Würde,
nicht der Stadt.
Nach der Niederlage des Aufstands ist Krakau zuerst unter preußische, später unter österreichische Herrschaft geraten.
Die Preußen raubten die Waweler Schätze - aus den königlichen Insignien wurden in Berlin goldene Münzen geprägt. Angesichts
dieser Geschehnisse ist die Tatsache, dass das große nationale Andenken, das Krönungsschwert der polnischen Könige gerettet
werden konnte, als ein Wunder zu betrachten.
14 Jahre lang oblag Krakau dem Warschauer Fürstentum. Beim Wiener Kongress, wurde der Stadt "Freiheit, Unabhängigkeit und
immerwährende Neutralität" garantiert. Der Freistaat Krakau, also die Krakauer Republik, überdauerte über 30 Jahre. Sie hatte
ihre eigene Verfassung, eine polnische Verwaltung, in den Behörden wurde polnisch gesprochen, im Umlauf waren Münzen mit dem
Bildnis des Königs Stanislaw August Poniatowski. Auch das Gerichtswesen arbeitete recht fähig.
Im Jahre 1846 bereitete sich der Freistaat Krakau auf einen bewaffneten Aufstand vor. Die Lage war ungünstig: in Krakau waren
die Österreicher stationiert, vom Norden näherten sich die russischen Truppen und aus Galizien kamen Nachrichten über die
Bauernrevolte. Dennoch haben Krakauer Untergrundkämpfer unter der Führung von Ludwik Gorzkowski und Jan Tyssowski zu kämpfen
beschossen. Die ersten Schüsse des Krakauer Aufstands fielen am 20. Februar. Die Antwort der Österreicher war blutig:
die Armee begann, auf die Zivilbevölkerung zu schießen.
Es ereignete sich jedoch etwas Unerhörtes: General Collin erließ nach
Erhalt der Nachricht über die nahenden Aufständischen den Befehl, die Stadt zu verlassen. Die Macht wurde durch die Nationale
Regierung der Republik Polen übernommen, welche aus Ludwik Gorzkowski, Jan Tyssowski und Aleksander Grzegorzewski bestand. Zum
Regierungssitz wurde das Palais Krzsztofory gewählt.
In der Veröffentlichung zum europäischen Gedankengut 'Europäisches Erbe'
(erarbeitet während des Zweiten Weltkrieges durch die Bildungsministerien der Alliieren) ist ein polnischer Text untergebracht
worden - das Krakauer Manifest der Nationalen Regierung.
Die Armee der Aufständischen bestand aus etwa 6 000 Männern, dieses Potential ist jedoch nicht genutz worden. Aus Galizien
kamen immer schrecklichere Informationen über die Rebellion der galizischen Bauern unter der Führung von Jakub Szela, bei Gdow
hat die österreichische Armee eine Abteilung der Aufständischen zerschlagen. Am 4.März sind russische und österreichische
Truppen in Krakau eingeschritten. Am 16. November 1846 wurde Krakau Galizien angeschlossen und der Wawel ist zum zweiten Mal
in der Geschichte zu einer Kaserne umfunktioniert worden.
Was dem Feind nicht zu zerstören gelang, ist einem schrecklichen Brand zum Opfer gefallen. In Chroniken kann man nachlesen,
dass es ein besonders heißer Tag war... Am 18.Juli 1850 brach der Brand in der Mühle in der Straße Dolne Mlyny aus. der Brand
erweiterte sich rasch auf die umliegenden Häuser und der starke Wind verschob das Feuer in Richtung Stadt. Die trockenen
Dachschindeln fingen sofort Feuer - der Brand erfasste in kürzester Zeit die Häuser in den Straßen Golebia und Wislna, zu
brennen begann auch die Kirche St. Norbert. Innerhalb von 30 Minuten erfasste das Feuer ebenfalls das Bischofspalais, welches
völlig niederbrannte.
Die Flammen machten auch vor der Ulica Grodzka und Teilen des Marktes nicht halt. Das Feuer verschonte
den kleinen Markt und Ulica Poselska, da es am Markt, am Haus zur Gottesmutter, halt machte. Während dieses 7 Tage lang
dauernden Brandes sind 160 Häuser abgebrannt, ausgebrannt ist die Innenausstattung der Franziskaner- und Dominikanerkirche,
es gab 5 Tote und zahlreiche Verletzte. Erhalten geblieben sind glücklicherweise die Sammlungen der Universität im Collegium
Maius und in der Jagiellonen-Bibliothek. Krakau hat aus dieser Tragödie gelernt: 1865 entstand die freiwillige Feuerwehr und
acht Jahre später die reguläre städtische Feuerwehr.
Um 1850 begannen die Österreicher mit dem Bau der Festung Krakau. Die Bauarbeiten dauerten bis zum Anfang des ersten
Weltkrieges. Heute kann man nur noch spärliche Reste der mächtigen Festung besichtigen.
Das Jahr 1866 brachte Galizien, demnach auch Krakau, Autarkie im Rahmen der österreichischen Monarchie. Der zu Anfang seiner
Regierungszeit unbeliebte Kaiser Franz Josef über 100 000 Audienzen abgehalten. In der Kaiserlichen Monarchie konnte sich
jeder Bürger um eine Anhörung bei Seiner Hoheit bewerben und ihm sein Anliegen vorbringen. Franz Josef war ein fleißiger
Herrscher. Jeden Morgen stand er um vier Uhr auf und bereits um sechs rief er die ersten Beamten in sein Arbeitsgemach.
Bei seinen Besuchen in Krakau wurde Franz Josef enthusiastisch begrüßt. Die
Krakauer wussten die liberalen Maßnahmen Wiens und die Stabilisierung, die die Monarchie gewährleistete, zu würdigen. 1851
besuchte der Kaiser die Jagiellonen-Universität, wo ihn die Professoren nicht in österreichischer Amtskleidung, sondern in
Universitätsroben begrüßten. Als das kaiserliche Gefolge 1881 nah Krakau kam, läuteten zur Begrüung alle Kirchglocken, zu
Ehren des Kaisers wurden ebenfalls 101 Kanonenschüsse abgegeben.
Die letzte Entscheidung des "guten Kaisers" war die
Unterzeichnung der Begndigung einer auf die Ausführung des Totesurteils wartenden Kindesmörderin.
Die politische Aktivität des Unabhängigkeitskämpfers, Jozef Pilsudski, datiert in Krakau seit 1902. Als 1910 der Schießverein
legalisiert wurde, begann man in einigen Teilen Krakaus Mannschaftsschießen zu veranstalten. Am Vortag des Ausbruchs des
ersten Weltkrieges hat Pilsudski Krakau als Versammlungsort der Schießverbände bestimmt. Die Werbung fand im Krakauer Park,
im Jordan-Park, statt. Am 3.August 1914 wurde die erste Kaderkompanie gegründet. In den Morgenstunden des 6. August schlog
die sog. "Erste" in der Straße Oleandry ihren Kampfweg ein. 1933 verliehen die Stadtherren dem Marschall die Ehrenbürgerschaft
Krakaus und die Ulica Wolska wurde nach dem Namen von Jozef Pilsudski benannt. "Er gab Polen Freiheit, Grenzen, MAcht
und Achtung" - sagte Ignacy Moscicki. Der Sarg mit den sterblichen Überresten von Jozef Pilsudski wurde am 18.Mai 1935 in der
unterirdischen Gruft in der Wawel-Kathedrale beigesetzt.
Während des Zweiten Weltkrieges war Krakau Sitz des Generalgouvernements, der Wawel wurde zur Residenz von Hans Frank. 1941
entstand im Krakauer Stadtteil Podgorze das Ghetto, welches zwei Jahre später brutal vernichtet wurde; 1943 wurde das
Konzentrationslager in Plaszow angelegt. Am 11. Juli 1944 haben die Jungen aus der Kompanie "Pegasus", die gerade zum
Bataillon "Parasol" umgewandelt wurde, in Krakau ein misslungenes Attentat auf Wilhelm Koppe, den SS- und Polizeiführer des
Generalgouvernements verübt.
Am 18.Januar 1945 wurde Krakau "befreit", also von den Einheiten der I. Ukrainischen Front Ukrainski Iwan KOniews besetzt.
Nach Marschall Koniew wurde nach dem Krieg eine Allee benannt, und die Ulica Krolewska (Königsstraße) wurde nun zur Straße
des 18.Januars.
Zur Zeiten der Volksrepublik Polen hat Krakau wiederholt seinen Stolz und Eigensinn bewiesen. Beim Referendum im Jahre 1946
wurden in Krakau die meisten Neinstimmen verzeichnet, was die entschiedene Haltung gegen die aufgezwungene
Gesellschaftsordnung unterstrich. Man versuchte, diesen Starrsinn zu brechen, indem der traditionsreichen Stadt das Stahlwerk
und die betriebseigene Wohnsiedlung Nowa Huta wurde schneller ein Stadtteil von Krakau als Krakau sich zu Nowa Huta bekannte.
Am 15. Januar 2000 hat Krakau von Weimar den Titel der Europäischen Kulturstadt übernommen. Auf dem Hauptmarkt fand ein
Künstlerjahrmarkt statt und vom Wawel defilierte zur Altstadt ein Zug ehemaliger Monarchen. An den Feierlichkeiten nahmen die
Vertreter der acht anderen Europäischen Kulturstädte 2000 - Avignon, Bergen, Bologna, Brüssel, Helsinki, Prag, Reykjavik und
Santiago de Compostela teil.
Das 21. Jh. bedeutete für die alte Burgstadt eine große Herausforderung. Direkt am Hauptbahnhof entstand die Neue Stadt - ein
Ensemble moderner Bauobjekte mit Büros, Geschäften, Dienstleistungs- und Unterhaltungszentren. Auch der Hauptmarkt wird
gründlich renoviert - die Marktplatte und die unterirdischen Gewölbe werden für touristische Zwecke adapiert.
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